Natürliche Wärme muss genutzt werden

Veröffentlicht am 28.11.2020 in Kreisverband

Die badenova untersucht derzeit, ob es im Rheingraben sinnvoll ist, mit der tiefen Geothermie die Erdwärme für ein Fern­wärmenetz anzuzapfen. Das Thema ist emotional und deshalb beteiligt die badenova die Bevölkerung schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt. Wir finden das Vorhaben lohnenswert und haben dazu eine Pressemit­teilung herausgegeben.

Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn wir das mit der Energiewende irgendwie hinbekommen wollen, dann müssen wir alle regenerativen Quellen nutzen, die wir finden können. Das wissen wir seit langem und genauso ist klar, dass Erdwärme zumindest für die Versorgung mit thermischer Energie (Fernwärme) eine im wahrsten Sinne des Wortes heiße Kandidatin ist. Unser Wahlprogramm für die Landtagswahl schreibt deshalb sehr unprätentiös: „Das Erschließen von Tiefengeothermie im Oberrheingraben werden wir fördern.“

Die öffentliche Diskussion zur Erdwärme ist in unserer Gegend natürlich von den Erfahrungen in Staufen geprägt. Die völlig misslungene Bohrung dort hat zu beträchtlichen Schäden geführt und es besteht die Gefahr, dass durch dieses Negativbeispiel (das im Übrigen gar kein Projekt der Tiefengeothermie ist) die vielen positiven Beispiele unter den Tisch fallen. München bohrt mitten in der Stadt in sechs verschiedene Richtungen und will sein gesamtes Fernwärmenetz so CO2-neutral versorgen. Auch in unserer Gegend gibt es positive Beispiele: Im schweizerischen Riehen ist das größte Problem die zollrechtliche Behandlung des teilweise nach Deutschland exportierten Warmwassers und die Wiedereinfuhr des gleichen Wassers nach Abkühlung um ein paar Grad. In der unmittelbaren Umgebung sind es gleich mehrere Bohrungen mit Bohrtiefen von knapp 500 bis knapp 900 Metern, die das Keidelbad oder die Therme Vita Classica versorgen.

Für die SPD Breisgau-Hochschwarzwald begrüßen deshalb die Vorsitzende Birte Könnecke und ihr Stellvertreter Oswald Prucker die Initiative der badenova, die Potentiale in unserer Gegend zu erkunden. Das in Betracht gezogene Gebiet liegt dabei zwischen Breisach und Freiburg im Norden, bis Buggingen im Süden. Die Erkundung findet derzeit vollständig am Schreibtisch statt, es werden geologische Daten zu diesem Gebiet zusammengetragen. Das Projekt wird mit einer recht aufwändigen und transparenten Informationskampagne begleitet. Dazu zählen die beiden Regionalkonferenzen, die derzeit laufen. Die erste davon fand gestern Abend statt. Referent*innen des Regierungspräsidiums, des KIT, der badenova und des schweizerischen Wärmeverbund Riehen beleuchteten die Thematik mit großem Fachwissen, gingen auch ausführlich auf gescheiterte Projekte ein und beantworteten alle Fragen mit großer Sachkenntnis.

Die tiefe Geothermie ist wie jede Technologie nicht komplett frei von Gefahren. Diese Gefahren sind aber gering und beherrschbar im Vergleich zu dem, was uns seit Jahrzehnten durch fossile und atomare Energieträger droht und was wir durch die Klimakatastrophe schon erleben. Oswald Prucker macht die Position der Kreis-SPD deutlich: “Wir dürfen auf diese im Überfluss vorhandene Wärme nicht leichtfertig verzichten. In Sachen Wärmeenergie ist sie eine der sehr wenigen noch ausbaufähigen regenerativen Quellen.”

Patrick Röttele

 

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